Ein Zeichen setzen mit dem TAF

Liebe Menschen,

Die geschichtsrevisionistisch vereinnahmenden „Montagsspaziergänge“ in Bad Nauheim sind auf nunmehr 300 Teilnehmende angewachsen. Es ist erschreckend, wie Rechtsextreme (z.B. NPD Wetterau, Reichsbürger, Umfeld der Identitären Bewegung und ehemaliger verfassungsfeindlicher AfD-Flügel) die Pandemie ausnutzen, um sich bürgerlich-anschlussfähig zu präsentieren und die „Protestmärsche“, so berechtigt eine Kritik der Pandemiepolitik grundsätzlich sein mag, instrumentalisieren.

Die Demonstrationen in den Kleinstädten sollen derzeit den Eindruck erwecken, „ganz Deutschland“ stehe auf gegen eine „Diktatur“. Unterstellt wird der Bundesregierung dabei ein „Verfassungsbruch“ und die Einschränkung der Versammlungsfreiheit, welche durch die ausbleibende Anmeldung der „Spaziergänge“ unterlaufen wird. Aus einer selbstauferlegten Opferrolle heraus werden unter Berufung auf „Frieden“ und „Freiheit“ jene Maßnahmen entkräftet, welche die Verwundbarsten schützen.

Dem Konzept der Regionalisierung möchten der Ausländerbeirat und das TAF als Co-Veranstalter morgen Abend, Montag, den 3. Januar um 18:00 Uhr an der Wasserstele in der Fußgängerzone mit einer offiziell angemeldeten Gegendemonstration etwas entgegensetzen. Selbstverständlich mit Abstand, Maske und stehend, um sich von den „Spaziergängen“ abzuheben. Dazu laden wir Sie herzlich ein!

Warum wir mitmachen? Weil wir das passive Vertrauen auf die „vernünftige schweigende Mehrheit“ und in unsere Behörden für unzureichend halten. Die Minderheit, die vor hundert Jahren Fackeln durch die Straßen trug, hat sich durch die Passivität der Vielen auch nicht zerstreut. Kritik und Protest liegen uns am Herzen, jedoch nicht auf Kosten des Gesundheitssystems und im Schulterschluss mit Demokratiefeinden.

Wir sind der Überzeugung, dass dieses wichtige Thema beim TAF gut aufgehoben ist. So werden zunehmend die „Kultur“ und die „Kunst“ von radikalisierten Gruppen vorgeschoben und bevormundend „in Schutz genommen“. Dies war ein Beweggrund des JUKA, sich als Jugendkulturverein zu Wort zu melden und in der vergangenen Woche als Co-Veranstalter der Gegendemonstration in Erscheinung zu treten. Dieses Mal übernehmen gerne wir diese Rolle.

Auch wir haben die Pandemie satt. Wir sehnen uns mit jeder Faser danach, wieder auf der Bühne zu stehen und für Sie, unser liebes Publikum, zu spielen und ein bereicherndes Kulturprogramm anzubieten! Der Weg dorthin führt aber ganz sicher nicht über rechts.

Trotz dieser ernsten Themen hoffen wir, dass Sie mit einem Wohlgefallen in das neue Jahr gestartet sind. Wir freuen uns auf 2022 mit Ihnen!

Liebe Grüße

Ihr Theater Alte Feuerwache

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